Betriebliche Altersvorsorge

Direktversicherung

Bei der Direktversicherung nimmt der Arbeitgeber die Stellung des Versicherungsnehmers und Beitragszahlers ein, wobei er sein Versorgungsversprechen seines Arbeitnehmers erfüllt, indem der Arbeitnehmer ganz oder teilweise bezugsberechtigt ist. Die Zusage erhält der Arbeitnehmer zwar vom Versicherer, wobei die Zusage durch den Arbeitgeber erfolgt und dieser auch im Zweifel haftet.

Die Direktversicherung kann von Arbeitgeber oder Arbeitnehmer finanziert werden oder von beiden in unterschiedlicher Höhe. Die Beiträge mindern den Gewinn des Unternehmens und sind generell von der Sozialabgabenpflicht befreit. Es können 4% der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei einbezahlt werden. Im Jahre 2016 sind dies 248 EUR in West- und 228 EUR in Ostdeutschland. Zusätzlich können 1.800 Euro steuerfrei und sozialabgabenpflichtig investiert werden.

Der Verwaltungsaufwand bei der Direktversicherung ist sehr gering. Der Arbeitgeber kommt mit dem Angebot einer Direktversicherung seiner Pflicht nach eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten. Er ist nicht verpflichtet andere Durchführungswege anzubieten.

Die Direktversicherung ist nicht bilanzierungspflichtig und bietet alle Zusagearten:

  • Leistungszusage
  • beitragsorientierte Leistungszusage
  • Beitragszusage mit Mindestleistung

Unterstützungskasse

Es gibt zwei verschiedene Formen der Unterstützungskasse, nämlich die pauschaldotierte und die rückgedeckte Unterstützungskasse.

Diese Form der betrieblichen Altersvorsorge ist im Grunde für jeden Betrieb interessant, da diese nicht in der Bilanz ausgewiesen werden müssen. Lediglich wenn die zugesagten Leistungen nicht durch die Versicherung vollständig rückgedeckt sind, ist die Unterdeckung im Anhang der Handelsbilanz auszuweisen.

Der Verwaltungsaufwand ist gering, da die Unterstützungskasse in der Regel weitgehend die Verwaltungsarbeiten übernimmt.

Arbeitgeberfinanzierte Unterstützungskassen nur für Mitarbeiter ab 27 Jahren möglich.

Es ist keine private Weiterführung möglich (Bei Ausscheiden des Mitarbeiters). Eine Portabilität ist möglich.

Die Unterstützungskasse lohnt sich besonders für Gutverdiener, welche bereits den Maximalbetrag für eine Direktversicherung ausgeschöpft haben, denn hier können Sie nochmals 4% der Beitragsbemessungsgrenze jährlich verwenden, um Ihre Altersvorsorge zu sichern. Bei Arbeitgeberfinanzierten U-Kassen gibt es sogar keine Begrenzungen.

Interessant ist hier vor allem, dass man im Einzelfall die Beitragsgarantie auf ca. 30% senken kann, so dass Sie von Beginn an mit hohem Maß Fondsanteile erwerben können.

Weiterhin können wir auch für Pensionszusagen eine Auslagerung anbieten, z.B. wenn Sie als geschäftsführender Gesellschafter Ihre Firma verkaufen möchten.

Voraussetzungen für die Zuwendungen zur rückgedeckten Unterstützungskasse:

  • schriftliche Zusage
  • Mindestalter 27 Jahre für Altersversorgung oder unverfallbarer Anspruch
  • Endalter mindestens 55 Jahre
  • keine abgekürzte Beitragszahlungsdauer
  • gleichbleibende oder steigende Beiträge
  • kongruente Rückdeckung, d.h. keine Überfinanzierung
  • zulässiges Kassenvermögen nicht überschritten, d.h. Verrechnung der Überschüsse mit den Beiträgen oder Umwandlung der Überschüsse in Deckungskapital

Pensionskasse

Im wesentlich ähnelt sich die Pensionskasse der Direktversicherung.

Sie unterscheidet sich beispielsweise in der Leistungsphase. Hier zahlt die Pensionskasse erst, wenn das Erwerbseinkommen zumindest teilweise entfallen ist. Die Direktversicherung leistet zum vereinbarten Zeitpunkt.

Eine private Weiterführung lohnt sich nicht, da auch die privat eingezahlten Beiträge in der Leistungsphase der Beitragspflicht der Kranken- und Pflegeversicherung unterliegen. Bei der Direktversicherung ist dies nach heutiger Gesetzeslage nicht der Fall.

Für den Arbeitgeber entstehen weitere Nachteile bei einem höheren Rechnungszins.

Pensionsfonds

Vor- und Nachteile des Pensionsfonds

  • Der Arbeitgeber hat mit dem Angebot eines Pensionsfonds seine Pflicht auf Recht der Entgeltumwandlung erfüllt.
  • Es sind alle Zusagearten möglich.
  • Der Arbeitgeber muss die Altersvorsorge nicht bilanzieren.
  • Die Versorgung junger Mitarbeiter ist möglich.
  • Eine private Weiterführung ist für den Arbeitnehmer nach Ausscheiden möglich (es ist wahrscheinlich, dass die Leistungen im Alter der Beitragspflicht der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung unterliegen.)
  • Die Einzahlungen mindern das zu versteuernde Einkommen bis maximal 4% der Beitragsbemessungsgrenze.

Pensionszusage

Bei der Pensionszusage ist der Arbeitgeber selbst der Träger der Versorgung. Der Arbeitgeber kann seinem Mitarbeiter Schutz für Berufsunfähigkeit versprechen, im Todesfall den Hinterbliebenen eine Versorgung leisten und im Alter eine Altersrente zusagen.

Die Versorgungsleistungen muss der Arbeitgeber direkt zahlen, auch wenn es sich um eine rückgedeckte Pensionszusage handelt.

Der Arbeitnehmer kann nur gegenüber seinem Arbeitgeber seine Leistungen verlangen.

Der Arbeitgeber muss für seine Versorgungsversprechen Sorge tragen, dass diese auch finanzierbar sind. Er geht mit der Zusage eine Verbindlichkeit ein und muss diese auf der Passivseite seiner Bilanz ausweisen.

Bei Auszahlung der versprochenen Rente verringert sich die Verbindlichkeit gegenüber seinem Mitarbeiter stetig, wodurch die Pensionsrückstellungen langsam auflösen.

Für Pensionszusagen gilt ein Mindestalter von 25 Jahren, wobei bei einer Entgeltumwandlung kein Mindestalter gilt.

Die Höhe der Pensionsrückstellungen ist auf die gesamte Betriebsangehörigkeit zu verteilen (ab Alter 27 Jahre).

Pensionszusagen bieten die Möglichkeit einer einmaligen Kapitalabfindung.

Natürlich muss der Arbeitnehmer seine Leistungen versteuern, alleine aus dem Grund, dass innerhalb der "Sparphase" keine Steuern angefallen sind.

Es gibt hier Freibeträge, welche wir in der Beratung gerne erläutern.

Entgeltumwandlung im Rahmen der Pensionszusage

Eine Pensionszusage durch Entgeltumwandlung kennt keine Obergrenzen, was für gut verdiene Arbeitnehmer besonders interessant ist. Wer heute zweifache Sparbeiträge aufgrund der Steuerersparnis leisten kann, sichert sich mit dem Zinseszinseffekt besondere Vorteile.

Es sind auch Einmalbeiträge zur Umwandlung von Entgelt möglich.

Während die Risiken von Tod und Berufsunfähigkeit über Versicherungen abgedeckt werden können, kann die Rückdeckung für die Altersvorsorge über Investmentfonds dargestellt werden.

Je höher Sie den Mindestzins für den Arbeitnehmer garantieren, umso höher ist der Steuervorteil. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass der Fonds das Renditeziel nicht erreicht.

Vor- und Nachteile der rückgedeckten Pensionszusage

  • Diese Form der Altersvorsorge ist bilanzierungspflichtig und verwaltungsaufwändiger als andere Formen der betrieblichen Altersvorsorge.
  • Der Arbeitgeber muss zusätzliche Formen der Entgeltumwandlung anbieten
  • einmalige Kapitalabfindungen möglich
  • Sofern das Rückdeckungsvermögen nicht an den Arbeitnehmer verpfändet ist, kann dieses vom Arbeitgeber beliehen werden
  • Es gibt keine Obergrenzen über die Höhe der Versorgung
  • Rückstellungsbildung erst möglich für Arbeitnehmer die mindestens 27 Jahre sind, außer es handelt sich um eine Entgeltumwandlung
  • Niedrige Aktivwerte bei Investmentfonds, da hier die Anschaffungskosten gelten.
  • die private Weiterfügung ist nicht möglich
  • Liquiditätsgewinn durch Rückstellungsbildung

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